Sterne retten die Tourismussaison von Südtirol

…diese Überschrift habe ich der SWZ geklaut. Bin großer Fan von der Zeitung und würde sie, hätte sie nicht schon mein Vater abonniert, auch für mich bestellen.

Also es geht um den letzten Artikel wo die SWZ den Nächtigungszuwachs von 0,9% (trotz Krise) unter die Lupe nimmt. Ich finde es immer etwas peinlich wenn die Presse die Zahlen sofort groß hinausposaunt ohne sie zu analysieren bzw. hinterfragen . Es gibt schon genug Neid gegenüber den Hoteliers. Unberechtigten Neid wenn man die ganzen Arbeitsstunden des Hoteliers und zusätzlich Nerven, Bankschulden und Anforderungen hinzurechnet. Viele können nicht verstehen warum ich nicht in meinem elterlichen Betrieb arbeite. Nein NO GO! Ich würde es schon nervlich nicht aushalten bzw. würde nach dem 3 nicht alltäglichen Gästewunsch an die Decke gehen :) Also ich ziehe den Hut von euch … Und hier nochmal für die Tourismusgegner die bei jeder Rekordzahl aufschreien. Nächtigung ist nur Statistik – es zählt die Wertschöpfung!!!

Zurück zum Thema. Die SWZ beleuchtet die Saisonszahlen etwas genauer. Sie kommt zum Schluß, daß nur die 4 und 5 Sterne Kategorie das Plus ausgemacht hat. Da gab es fette Zuwächse, darunter zu leiden haben 3 Sterne, 2 Sterne und 1 Sterne Gastbetrieb. Warum wohl? Ganz klar, die 5 Sterne begeben sich auf das Preisniveau von 4 Sterne, und die 4 Sterne auf jenes der 3 Sterne. Also sind die 4 Sterne Hotels der Tot des 3 Sterne Hotels. Zum Glück gibt es nicht so viele 5 Sterne Betriebe in Südtirol…

Diese Entwicklung muss uns zu denken geben. Aber insgesamt ist diese Tatsache ja ein alter Hut. Etwas möchte ich aber der Studie der SWZ hinzufügen.

Ich hätte einen weiteren Grund für den Anstieg der Nächtigungen in der 4 + 5 Sterne Hotelkategorie! Also wir brauchen uns nicht in die Tasche lügen. Früher wurde viel mehr schwarz gewirtschaftet. Mit dem Bauboom in Südtirol brauchte es natürlich Kredite von den Banken. Wie bekommt man Kredite? Natürlich wenn man den nötigen Cash Flow vorweisen kann. Etwas schwierig wenn alles bei der Finanz vorbei läuft. Das nächste Thema ist das Plastik-Geld. Also Kreditkarten (das sage ich jetzt vom Bauch heraus) sind erst in letzter Zeit auch bei Hinz und Kunz in Mode gekommen. Auch hier geht beim Staat wenig vorbei – und die Gäste müssen dann gemeldet werden…

Hier die Statistik aus der Zeitung

wirtschaftszeitung_web

Also es ist nicht alles Gold was glänzt, bevor wir uns alle kräftig auf die Schultern klopfen!

Zu denken machen muss uns auch das Minus auf Verbandsebene. Die östliche Landeshälfte schreibt mit TVB Hochpustertal und TVB “Kronplatz” jeweils ein Minus von 0,5 Prozent. Läuft da was falsch? Natürlich müssen wir uns auch selber an die Nase fassen, bzw. hier die Zahlen noch näher betrachten…

So schauts bei den anderen Verbänden aus: Meran schafft ein Plus von 2,8 % – die Seiser Alm sogar eines von 3,2%.  Na gut die Seiser Alm…. Es wird wenig so viel (unbewusst?) beworben wie die Seiser Alm. In jedem  Prospekt, TV Spot  ist die Seiser Alm bestimmt dabei :) (auch wieder eine subjektive Aussage und Gefühl) Meran kann man sich auch irgendwie erklären… Kenne keinen Ballungsraum wo die öffentliche Hand so viel in touristische Zwecke investiert hat (auch wieder eine subjektive Aussage und Gefühl)…

Also wieder mal ein längerer Post. Kann einiges falsch sein, kann einiges stimmen… Ich geh dann mal mit meiner subjektiven Aussage und Bauchgefühl langsam in’s Bett. Sollte ich bis Weihnachten nicht’s mehr posten, dann schöne Festtage!


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2 Reaktionen zu “Sterne retten die Tourismussaison von Südtirol”

  1. Roland

    interessant wäre auch zu wissen wieviele 3 Sterne Betriebe zu 4 Sterne Betrieben wurden und wie sich die Betten in der jeweiligen Kategorie verhalten zum Unterschied mit dem Vorjahr. Erst dann kann man sagen welche Betriebe die Gewinner sind und welche die Verlierer – bei den Nächtigungen – Die Wertschöpfung ist natürlich wieder ein anderes Kapitel.

  2. Haiko

    In jeder Branche gibt es Zeiten, in denen es auch Stagnation gibt.

    Viele wirtschaftliche Kennzahlen basieren verblendend auf Wachstum.

    Aber gäbe es keine Perioden mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen, würde keiner mehr seine Leistung analysieren um zu erkennen, dass es stets doch noch Optimierungspotential gibt.

    Der Gast/Kunde dankts stets …

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