Die wahren Online-Leiden der Hoteliers

Seit kurzen bin ich berufsbedingt viel mit Hotelieren in Kontakt. Alle klagen über die selben Geschichten.

Jeden Tag flattern Portalwerbung in den Posteingang rein, und keines läuft irgendwie gut. Dabei sein muss man trotzdem… Es gibt nur wenige Portal wovon viele mir ruhigen Gewissen behaupten können, dass das Geld gut angelegt ist.

Bei vielen Agenturen fehlt es komplett an den Reports. Es gibt keine Info was im vorherigen Monat in Sachen SEO, SEM usw. geleistet wurde. Werden solche Reports trotzdem geliefert kann der Hotelier recht wenig damit anfangen. Verständlich, es wissen nicht viele was CPM, CPC, Conversion etc… bedeutet – ist auch nicht die Aufgabe eines Hoteliers bzw. in Zukunft wird es seine Aufgabe werden…

Ein weiteres Übel sind die Anzahl der Portale. Es ist nicht mehr genug einen Jahreseintrag zu kaufen. Auf jedem Portal gibt es unterschiedliche Funktionen. Pakete einstellen, Zimmerfreimeldung usw, es kocht jeder sein eigenes Süppchen. Wenn man praktisch auf 10 Portalen drauf ist, hat man alle Hände voll  zu tun die Einträge zu pflegen. Das ist mit erheblichen Kosten und Zeit verbunden.

Hier mein Aufruf an alle Portale in Südtirol: Ein gemeinsamer Nenner würde jeden Hotelier beglücken. Es gab da ja schon mal den Ansatz der sinfonet. Nur es wurde komplett falsch angegangen. Viele Südtiroler Portale wurden an einen Tisch geholt und besprochen ob nicht die sinfonet Datenbank in die einzelnen Seiten/Portale eingebunden werden können. Wäre ein Traum für jeden Hotelier. Ich gebe in der sinfonet Maske meine Pakete ein, und auf allen Portalen Südtirols werden sie auf Knopfdruck ausgegeben. Super! Wenn da nicht der Denkfehler der sinfonet wäre (ich nenne es nun mal so – wird aber seine Gründe sicherlich gehabt haben). Es handelt sich hier um eine Affiliate  Idee. Kurz erkärt: Ich binde mein Produkt von meiner Homeapge zusätzlich noch auf x-Seiten ein. Wird etwas verkauft oder umgesetzt, dann bekommt der Partner % an Provision. Funktioniert phantastisch in der Online-Welt.

Die sinfonet hat es aber umgekehrt gemacht. Sie wollte ihre Datenbank verkaufen. Praktisch das Portal hätte müssen die Daten abkaufen – natürlich hat das niemand gemacht. Es steckt hinter diesem Zug wahrscheinlich ein anderer Gedanke (erzähle ich gerne mal bei einem Bierchen), der Hotelier ist aber auf der Strecke geblieben…

Ich habe dann noch einen guten Gedanke  heute aufgefassen. Die SMG hatte 2008 ein Budget von 9 Mio Euro. Ich bin heute mit 5 Hotelieren an einen Tisch gesessen der Marketingbudget im Jahr bereits circa 500.000 Euro ausmacht. Dann sind die 9 Mio schon fast ein Witz… Ich will gar nicht die Summe von allen Hotelieren in Südtirol wissen. Unterm Strich bringen die Hoteliers die Wertschöpfung in die Destination…

So das war es mal wieder von mir. Guten Abend


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23 Reaktionen zu “Die wahren Online-Leiden der Hoteliers”

  1. Wolfgang

    Der Meinung bin ich auch: wir haben ein zu kleines Budget! ;) *zwinker* Würde man die Mittel in Südtirol mehr bündeln und würde nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen könnte enorm an Strukturkosten gespart werden, entsprechend mehr würde fürs Marketing zur Verfügung stehen.
    Nur im öffentlichen Bereich HP gibt es auch noch etwas das man Politik nennt, diese Hürde müssen die Hoteliers (nicht Hoteliere!) im Privaten nicht nehmen. Alle öffentlichen und halböffentlichen aber schon… Guter weg in die richtge Richtung: die Printkooperationen der SMG. Hier können sich Hoteliers den Marketingmaßnahmen der SMG direkt anschließen. Da werden Budgets gebündelt und entsprechend gut ist das Geld hier angelegt!
    Weitere Infos hierzu bei euren Tourismusverbänden oder der SMG :)

  2. Evelin

    Errinnere ich mich richitg daran, dass am SMG-Tag in Bozen dass Herr Dr. Engl gesagt hat, dass es keinen weiteren Geldmittel brauche….

  3. Hanspeda

    zu den Printkampagnen. Wir haben da mal mitgemacht. Es war ein Flop – wird aber wahrscheinlich allgemein an der Printwerbung liegen….

    ich hatte die Vermutung, daß über die Werbezahlunge der Hoteliers die Specialausgabe zu Südtirol finanziert wird…

  4. Christian

    Theoretisch ist die Idee der gemeinsamen Datenbank eine logische. Praktisch habe ich diesbezüglich schon zuviele Bemühungen und Projekte scheitern gesehen:

    - 2005 gab es mehrere Treffen zwischen LTS, Sinfonet, HGV, den Hotelsoftareherstellern und einigen Portalbetreibern. Gescheitert ist das ganze dann daran, dass der LTS anschließend zwar Rechnungen (ohne vorherige konkrete Abmachung oder Vertrag) an die Beteiligten verschickt hat, ohne jedoch irgend eine Leistung zu erbringen. Das ganze ist dann eingeschlafen.

    - Dann gab es mehrere Treffen von privaten Portalbetreibern aus Südtirol, mit dem Ziel ein gemeinsames (Buchungs)-System zu schaffen. Das Ganze ist auf Eis gelegt worden. Anschließend wurde darüber nachgedacht eine gemeinsame Datenbank für Angebote und Pakete zu schaffen, in welche der Hotelier diese eingeben kann, und welches diese dann auf die verschiedenen Portale verteilt. Wir haben auch kurz darüber nachgedacht dieses zu entwickeln. Nachdem wir kurz über die entstehende Komplexität des Systems nachgedachten, haben wir uns auf unser Kerngeschäft besonnen und die Idee fallen gelassen. Ein Marktbegleiter (und Portalbetreiber) hat sich dieses Projektes jedoch angenommen, und angefangen zu entwickeln. Ich weiß jedoch nicht, wie da der aktuelle Stand ist.

    - Wir konnten auch Erfahrungen mit der ClearingStation von vioma machen, von welcher wir eine zeitlang die Angebote in unsere Portale eingelesen hatten. Nachdem der Aufwand für die technische Wartung aber nicht ohne war, und dieser aus unserer Sicht von der falschen Partei (nämlich von uns) betrieben wurden, haben wir diese Schnittstelle vorerst ersatzlos gestrichen.

    - Wie Du schreibst gab es im Juli 2008 auch ein Treffen mit Pappalardo, wo über die Öffnung der Südtiroler “CentralDB” gesprochen wurde. Monate später (Ende Dezember) gab es diesbezüglich auch Angebote (gegen Bezahlung), welche aus meiner Sicht auf jeden Fall einen Schritt in die richtige Richtung darstellen. Für uns konkret waren sie aus verschiedenen Gründen nicht interessant. Ich weiß auch nicht ob, und falls ja wieviele Portalbetreiber auf das Angebot eingegangen sind. Kann da jemand etwas dazu sagen?

    Insgesamt glaube ich, dass ein zentrales Web-Marketing Verwaltungstool für Hoteliers absolut seinen Sinn hätte. Ich behaupte sogar, dass sich daraus ein Business-Modell für ein Start-UP basteln lässt. Wenn es irgendwann, von irgendwem ein solches Tool geben wird… in unsere Portale wird es die Daten schreiben dürfen! Gleichzeitig hege ich jedoch den Verdacht, dass ein solches System an der Komplexität des Ganzen scheitern wird… lasse mich aber gerne eines Besseren belehren! :-)

  5. Hanspeda

    super Einwand Christian. Also du bist ja schon fast der Dino im Geschäfft und kennst die History ;)

  6. Patrick

    @zentrales Web-Marketing Verwaltungstool für Hoteliers

    Gefällt mir… wenn die Portale kooperieren und eine Schnittstelle zur Verfügung stellen :) Ansonsten ist es bisschen so la la und wer weiß, ob sich schon morgen wieder die Formular ändern… gibt´s im Netz eine Übersicht bekannter Portale?

  7. franz

    Im “e-commerce” gibts schon länger eine einheitliche Lösungen die gut funktioniert, z.B.:

    http://www.ciao.it
    http://www.pixmania.com
    http://www.trovaprezzi.it
    http://www.kelkoo.it
    http://www.twenga.it
    http://www.googlestore.com

    Hierfür wird einfach eine XML-Datei generiert und den Betreibern mitgeteilt.

  8. Andreas

    Christian schrieb:
    > Gleichzeitig hege ich jedoch den Verdacht, dass ein solches System an der Komplexität des Ganzen scheitern wird…

    Ich hingegen bin der Meinung, dass ein solches System an den Hoteliers scheitern würde. Zusammenhalt und Einigkeit war noch nie eine Stärke der Südtiroler Tourismuslandschaft.

  9. Hanspeda

    das System hat nun eigentlich nichts mit Zusammenhalt der Hoteliere zu tun. Wenn es läuft dann interessiert mich mein Nachbar nicht…

  10. Christian

    @Patrick: Was ist so la la? Und welches Formular wird sich wieder ändern?

    @Franz: Ich glaube die Produkte in den von Dir genannten Shops und das Produkt “Urlaub” unterscheiden sich dann doch ganz erheblich in deren Komplexität. Ich weiß jetzt nicht, ob Du Dich schon mal ernsthaft schon allein mit dem Thema Preisgestaltung in der alpenländischen Hotellerie befasst hast. Ganz zu schweigen vom Thema Zimmer-Verfügbarkeiten, das ja an sich schon eine potentielle Zeitbombe darstellt… ;-)

    @Andreas: Glaub ich nicht. Ich bin sogar überzeugt, dass die Hoteliers für ein solches (funktionierendes) Tool zahlen würden. Es ist ja eine ganz einfache Rechnung: eine Rezeptionistin braucht für die Eingabe eines Angebotes X Minuten. Also X Minuten mal Anzahl Portale mal Lohnkosten pro Minute mal Anzahl Angebote = Kostenpunkt
    Alternativ dazu: Fixkosten Tool + X Minuten Lohnkosten pro Minute mal Anzahl Angebote mal = sehr viel kleinerer Kostenpunkt
    Es macht also auf jeden Fall Sinn. Die Rezeptionistin kann die freigewordene Zeit für andere sinnvolle Dinge verwenden! :-)

  11. Hanspeda

    gute Rechnung Christian.

    Ein paar Hoteliers denken auch schon daran einen “Stift” anzustellen für 10 Hotels um deren Online-Angebot zu pflegen…

  12. Hubert

    Schon mehrmals habe ich davon gelesen, dass es für die SMG wichtig ist Werbebudgets zu bündeln, aber ich habe bis heute nicht verstanden wer dann die gebündelten Budgets verwalten soll (= “Marketingewinner”) und wer “beschnitten” werden soll: die Tourismusvereine, die Tourismusverbände, oder beide. Hat das jemand verstanden?

    Zumindest die Hoteliers sind gut beraten wenn sie Kooperationen aufbauen und so Synergieeffekte bei den Marketinginvestitionen erreichen … die Kronplatzresorts machen es eh ganz gut vor ;)

  13. Evelin

    @Hubert: danke für die Blumen für das Kronpatz-Resort, vielleicht erarbeiten wir uns ein weiteres bisschen Unabhängigkeit :-)

  14. franz

    @ Christian
    > … Produkt “Urlaub” unterscheiden sich dann doch ganz erheblich in deren Komplexität.

    Nein, die Unterschiede sind nicht so extrem – im Grunde gehts ja nur um einen Datenbankeintrag. Genau so wie eure Hotel-Zimmer haben auch wir Datum/Angebot/Verfügbarkeit/Lagerbestand.

    Ein Zimmer ist ja auch nur ein “Produkt” mit Variablen in einer gemeinsamen Datenbank und könnte von Suedtirol.info freigegeben werden. (bezahlt haben wir ja alle schon genug dafür ;) )

  15. Christian

    @franz: man sieht, dass Du Dich bisher noch nicht wirklich mit der Thematik beschäftigt hast. Theoretisch ist nämlich immer alles recht einfach… ;-)

  16. franz

    @Christian
    mag sein, aber, in diesen fast 10 Jahren wo ich versuche für Hotelsuche.com eine Lösung zu finden kann ich mit sicherheit sagen dass es einzig um alleine ums Geld geht und nicht um technischen Lösungen. Und die die solche Portale machen haben in der Regel nicht viel davon ;) )

    Bei den Hoteliere geht es ums gleiche, das hat Hanspeter ja schon präzise geschildert. Ein Huas mit 5 Wohnungen baut sich leichter als 5 Häuser mit einer Wohnung.

  17. Christian

    @Franz: Sorry, jetzt habe ich komplett den Faden verloren. Wo gehts ums Geld und nicht um technische Lösungen? Und die, die solche Portale machen haben kein Geld? Oder keine technischen Lösungen?

    Wie auch immer… schon alleine der Umstand, dass Du seit 1998 noch keine passende Lösung für hotelsuche.com gefunden hast, sollte ja zeigen, dass die Dinge nicht immer so einfach liegen, wie es auf dem ersten Blick scheinen könnte…

    In diesem Sinne: Gute Nacht! :-)

  18. franz

    @Christian
    Es ging darum, dass Hoteliere sich in unzähligen Seiten manuell eintragen müssen. Da wir im e-commerce bereits eine gute Lösung dafür haben habe ich diesen 3d geschrieben.

    Ich dachte wir wärem beim gleichen Thema ;) )

  19. Christian

    @Franz: Wenn ich das also richtig verstanden habe, hast Du schon Erfahrungen in diesem Bereich. Wieso überträgst Du das ganze nicht einfach auf den (Südtiroler) Tourismus? Wie schon geschrieben bin ich überzeugt, dass sich daraus ein Business aufbauen liese! :-)

  20. franz

    @Christian: In Südtirol gehts gerade nicht weil wir in einiges zu tief verwurzelt sind.

    Die Tourismusvereine gehören abgeschafft – Private müssen sich um die Gäste kümmern, z.b. Skilehrer/Bergführer im Winter und Bergführer/Mountainbiker im Sommer. Ein kleines Dorf kann nur mit Angebote dieser Art neue und andere Gäste gewinnen – die Hoteliere hätten somit neue Gäste und die Organisatoren Kundschaft.

    Suedtirol.info ist das größte Käse der Geschichte Tirols ;(( Jetzt im Zeitalter der Kurz- und Schnellreisen kann ein Gast immer noch nicht ein Tag vorher ein Hotel buchen. Wie oft buchen wir kurzfristig und klappt es nicht überall auf der Welt? Sogar im Chile konnten wir kleine Holzhütten buchen und abends beziehen.

    Zu allem kommt noch das ADSL… bzw. kommt nicht ;)

  21. Hubert

    @ Franz: also die Aussagen dass die Tourismusvereine abgeschafft gehören und dass sich die Skilehrer im Winter um die Gäste kümmern sollen finde ich jetzt schon etwas “lustig”.

    Auch wenn ich mit den Strategien der SMG nicht immer 100%ig einverstanden bin glaube ich, dass sie doch wichtige Aufgaben wahrnehmen und somit ihre Existenzberechtigung haben – ebenso wie die Tourismusvereine.

  22. franz

    @Hubert: Lustig oder nicht, es ist realistisch. Skilehrer waren früher “Animateure”, sie holten sich die Gäste und pflegten diese bis tief in die Nacht ;) Die Gäste wollen Heute auch immer mehr Skiwandern, Tourenski oder eine Hüttentour machen, ich sehe kein Paradox wenn jemand eine solche Tour direkt beim Organisator bucht und dass diese dann ein Hotel buchen. Große Reiseunternehmer wir Dirk-Nisson z.B. kommen sogar mit eigene Skilehrer.

    Im Sommer wiederum muss das gleiche geschehen.

    Die Hoteliere wollen zwar die Hauptrolle haben und am liebsten würden sie die Gäste gar nicht vom Haus lassen – das klappt auch gut für die alten Omas, aber die Junge generation will unterhaltet werden und sieht die Unterkunft oft auch nur als Duschmöglichkeit. Lustig aber wahr ;)

  23. Sina

    Ich finde es gut, dass Hoteliers überhaupt bloggen =)

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