Italien contra Bloggerszene

Ich glaub in Rom haben sie zur Zeit wirklich Spaß Gesetze zu bauen die keiner braucht.

Mir stinkt ja schon das Ausschankverbot nach 2 Uhr in den Lokalen, sowie die drastischen Gefängnisstrafen bei 0,8 Promille. Jetzt wollen sie auch noch das Bloggen verbieten. Gehts noch?

Hier ein paar Infos!

Ich glaub 3/4 von Italien ist das Gesetz eh egal. Denn welcher Italiener bloggt schon? Südlich von Florenz sind sie im WEB 1.0 angekommen, geschweige denn von bloggen.

Hallo lieber Staat Italien, ich verdiene am Tag 1 Euro und versteuere ihn nicht! Trotzdem werde ich am Ende des Jahres die Hälfte spenden. Am besten in den Rentenfond der Politiker!

Naja mein Server liegt in Deutschland… Aber tolle Idee die Herren Politiker!


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6 Reaktionen zu “Italien contra Bloggerszene”

  1. derFrankie

    Tschuldigung, aber dieses Gerücht geht wieder mal durch die Blogger-Runde und alle schreiben voneinander ab.

    Erstens geht es nur um eine Registrierung von “Attività Editoriali” – der Minister hat ausdrücklich gesagt dass private Blogs damit nix zu tun haben. Es geht um eine Verlagerung der bei Gericht angemeldeten Sachen. Außerdem steht nix vom Firmengründen usw. drin. Auch der Serverstandort ist eigentlich wurscht, denn der Veröfffentlicher haftet – sofern er identifiziert wird.

    Außerdem finde ich die ganze Diskussion über das “Mund verbieten” lächerlich. Jeder der meint, dass ein Blog “privat” ist naiv. Jeder sollte inzwischen wissen, daß alles was im Internet publiziert wird öffentlich ist. Und wer öffentlich jemanden angreift/verleumned usw (ich meine jetzt nicht dich ;-) muss mit einer Klage rechnen. Und dass man deshalb die Kommentare kontrollieren muss ist auch klar, oder?

  2. davus

    Na ja, so ganz stimmt das nicht, Frankie. Denn was der Minister sagt ist im Grunde egal, wenn im Gesetz was andres steht. Denn Artikel 6 sagt ganz deutlich:
    “tutti i soggetti che esercitano l’attività editoriale
    sono tenuti all’iscrizione nel Registro degli operatori di comunicazione”

    Genau diese attività editoriale kann man seeehr weitläufig definieren. Selbst wenn dann alles nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird, allein die Existenz einer solchen Grundlage beschämt den demokratischen Grundgedanken: jeder der, warum auch immer, publizieren möchte, muss ich registrieren. Bitte wo sind wir denn?

    Da geht es nicht mehr darum, ob Blogs öffentlich sind oder privat. Aber diese “neuen” Formen der Vermittlung von Inhalten ist nicht mir klassischen Massenmedien über einen Kamm zu scheren. Das zeugt vielmehr von Unwissen bei der Legislative.

    Und zum Thema Verleumdung/Klage etc. Die Diskussion in Deutschland um die so genannte Forenhaftung ist noch nicht zu Ende, zu Recht wie ich finde. Denn bei aller Liebe, wer will/kann/hat die Zeit, für alle Kommentare, alle Aussagen, die im Falle von Kommentaren nicht einmal von ihm/ihr selbst getätigt werden, gerade zu stehen? Das halte ich für unrealistisch, kontraproduktiv und, ja, undemokratisch.

  3. Günter Frhr.v.Gravenreuth

    Wenn ein Blogger keinerlei Umsätze (auch nicht mit Bannerwerbung!!) macht, dann dürften er IMHO auch in Italien nur 0,00 € Steuer zahlen – oder liege ich damit total falsch??

    Auch in Deutschland ist ein Blog ein Telemediendienst, also eine journalistische Tätigkeit. Wenn in Italien sich Journalisten grundsätzlich registriert werden müssen, dann gilt dies logischerweise auch für Blogger. Dann ist es eine grundsätzlich Frage, die nicht nur Blogger betrifft.

    Mit freundlichen Grüßen

    Günter Frhr.v.Gravenreuth
    Rechtsanwalt, Dipl.Ing.(FH)

  4. michi

    Blogger ist nicht gleich Journalist. Wer in das italienische Journalistenverzeichnis aufgenommen werden möchte, muss eine Reihe von Hürden (nicht im negativen Sinne gemeint) überwinden. Demnach ist eine journalistische Ausbildung abzuschließen und eine Staatsprüfung abzugeben.

    Nachlesen kann man alles auf http://www.odg.it.

    Und beim besten Willen: Bloggen und journalistisches Arbeiten kann man nur in den seltesten Fällen gleichsetzen. Bin gespannt was die Diskussion um das Gesetz ergibt…

    PS: Ich habe schon ziemlich viele Texte in Zeitungen, in Zeitschriften und im Netz etc veröffentlicht (nein, ich meine nicht Kommentare und Leserbriefe). Journalistin bin ich deshalb noch lange nicht. : (

  5. derFrankie

    @Günther: In Italien ist es durchaus möglich, dass man auch Steuern zahlen muss wenn man keinen Gewinn gemacht hat. Etwas salopp ausgedrückt, der italienische Staat glaubt nie, dass man Verlust gemacht hat oder gratis arbeitet.

    @davus: du hast ein paar gute Ansatzpunkte auf die ich in einem Post antworten werde, auf zu vielen Seiten werden immer die gleichen Sachen wiedergekaut und da wollen wir jetzt auch Stellung nehmen. Gibt’s dafür natürlich einen link :-)

  6. www.verstecken.net

    Blogger in Italien sollen sich als Journalisten registrieren…

    Nicht schlecht gestaunt habe ich von den Plänen der italienischen Regierung, nach denen Blogger sich als Journalisten bzw. Unternehmer registrieren lassen müssen und so entsprechende Steuern zahlen sollen. Der Plan stammt von Ricardo Franco…

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